Manuelle Therapie - Zusatzseminare

 

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Für  Physiotherapeuten

 

Kursleitung : Pieter Westerhuis

Kursdauer : 3 Tage ( ca. 35% Theorie und ca. 65% praktisches Üben )

 

Bei Patienten mit einer deutlichen strukturellen Instabilität wird unterschieden zwischen eine Luxation und eine Subluxation. Mehr und mehr Literatur beschreibt in den letzten Jahren eine Gruppe von Patienten welche nur eine ganz leichte, " subtle " Subluxation / strukturelle Instabilität haben. Diese leichte Instabilität kann so klein sein, dass sich der Patient dieser gar nicht bewusst ist, kann aber trotzdem zu Überbeanspruchung / Fehlbelastung der anderen Strukturen des Schulterkomplexes führen. Dies kann z. B. zu sekundären Rotatorenmanchettenproblemen führen. Da diese Patienten anschliessend als Rotatorenmanchettenproblem behandelt werden, ist die Behandlung entweder nicht erfolgreich, oder da die primäre Instabilität nicht angegangen wurde, kommt der Patient schon bald wieder mit der gleichen Symptomatik zurück.

Innerhalb des Kurses werden klinisch relevante Aspekte des stabilisierenden Systemes des Schulterkomplexes besprochen. Die klinische Präsentation der funktionellen glenohumeralen Instabilität wird dargestellt.

Beim praktischen Üben werden einige Instabilitätsteste der Schulter kritisch evaluiert. Zusätzlich werden Differenzierungsteste gezeigt, z.B. zwischen Instabilität / Impingement / neuralen Strukturen und HWS-Beteiligung.

Nach der objektiven Untersuchung wird ein umfassendes Behandlungskonzept aufgestellt. Anschliessend wird an Hand von Fallbeispielen das mögliche Spektrum der Behandlung dieses Problemes dargestellt und geübt. Hierbei wird sowohl die passive Mobilisation als auch die muskuläre Stabilisation besprochen.


FUNKTIONELLE GLENOHUMERALE INSTABILITÄT

1. Tag     13.00 - 15.00     Einführung und Definitionen der funktionellen glenohumeralen Instabilität
              15.15 - 17.15     Praktisches Üben der Untersuchungsteste
              17.30 - 18.45     Klinische Präsentation
              19.00 - 20.00     Praktisches Üben der Untersuchungsteste

 

2. Tag     08.30 - 10.30     Praktisches Üben der Untersuchungsteste
              10.45 - 12.30     Praktisches Üben der Untersuchungsteste

              13.30 - 15.00     Ausschliessende Teste der benachbarten Gelenke
              15.15 - 16.30     Behandlungskonzept

              16.30 - 17.30     Praktisches Üben einiger Behandlungsmöglichkeiten

 

3. Tag     08.00 - 10.30     Praktisches Üben einiger Behandlungsmöglichkeiten
              10.45 - 12.00     Muskuläre Stabilisation
              12.00 - 12.30     Letzte Fragen und Diskussion

 

 

 

Maitland Themenkurs – Chronische Schmerztherapie im manualtherapeutischen Konzept

 

Die chronische Schmerzerkrankung stellt seit vielen Jahren ein zunehmendes Problem in unserer Gesellschaft dar. Eine höhere Anzahl an Patienten verursacht mehr Kosten und eine

zunehmende zeitintensive Inanspruchnahme von medizinischen Dienstleistungen. Chronische Rückenschmerzen, Fibromyalgie oder CRPS sind nur einige Diagnosen, die den Therapeuten in seiner täglichen Arbeit fordern.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsergebnisse in diesem Gebiet erfordern eine Anpassung der Untersuchung und der Therapie von chronischen Schmerzpatienten.

Die Aufgaben moderner Physiotherapie bestehen darin, Funktionsanalysen des Bewegungsapparates durchzuführen und eine Beurteilung der Problematik unter Berücksichtigung dominanter Schmerzmechanismen und beteiligter Pathologien durchzuführen. Darauf basiert das problemorientierte physiotherapeutische Behandlung, verhaltenstherapeutisch angelehnt, zur Funktionsverbesserung. „Pacing“ – langsam gesteigerte Aktivität - und „Graded Exposure“ – stufenweise Heranführung an problematische Funktionen - bieten entsprechende Behandlungsmöglichkeiten. Angst–Vermeidungsverhalten und passives Coping (=Bewältigungsstrategien) sollen reduziert werden, sowie das Einhalten von Leistungsgrenzen angebahnt werden.

Dem Verständnis der einzelnen Patienten angepasste Erklärungsmodelle für chronischen

Schmerz bietet eine gute Basis für eine zielgerichtete Therapie.

Dennoch sollte zukünftig das Ziel sein, die Chronifizierung von Schmerzen zu vermeiden,

entsprechende „Yellow Flags“ (= psychosoziale Risikofaktoren) zu erkennen, im Akutstadium zu erfassen und entsprechend zu handeln.

Ziel dieses Kurses ist Einblicke in das  eines schmertherapeutischen Assessment zu geben und unterschiedliche Behandlungsanstätze zu präsentieren, adäquat auszuwählen und anzuwenden.

 

 

Kursinhalte:

 

  • Basis-Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie unterschiedlicher Schmerzmechanismen
  • Klinische Präsentation der unterschiedlichen Schmerzmechanismen
  • Clinical Reasoning in der Schmerztherapie
  • Yellow Flags: Psychosoziale Risikofaktoren für chronischen Schmerz
  • Behandlungsstrategien: Pacing, Graded Exposure, GMI, Erklärungsmodelle unterschiedlicher Schmerzmechanismen
  • Zielsetzung mit Schmerzpatienten
  • Verhaltenstherapeutisch orientierte Physiotherapie

 

Referent:

Ralf Schesser, Physiotherapeut, DVMT-OMT®, MPhty (Manip Physio)


Ralf arbeitet seit 2002 der Fachklinik Enzensberg als Teamleiter in den Bereichen Orthopädie/Unfallchirurgie, im interdisziplinären Schmerzzentrum und als stellv. Abteilungsleiter Ergo- /Physiotherapie. Seit seinem Studium im Jahr 2000 in Australien unterrichtet er in verschiedenen Konzepten und an Hochschulen zum Thema Schmerzmanagement in der Physiotherapie. Weiter ist er tätig in der Curriculums Arbeit Spezielle Schmerzphysiotherapie der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. Die Umsetzung theoretischen Wissens in den klinischen Alltag ist für ihn die Basis physiotherapeutischen Handelns.

 

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