Lokale Stabilität der Gelenke

 

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© Chris Hamilton

   

Für Physiotherapeuten


Literatur:


Kursskript mit praktischen Anweisungen und Bildern


Diese Seminare sind anerkannte Rückenschul-Refresher-Seminare.

 

„Lokale Stabilisation der Wirbelsäule und Gelenke“

Evidenz basierte, therapeutische Übungsstrategien in der Reha muskuloskeletaler Beschwerden mit und ohne Biofeedback.

 

Hintergrund

 

Die Dysfunktion der tiefen lokalen Muskeln (z.B. Transversus abd, Multifidus und tiefen zervikale Flexoren)  ist weitverbreitet unter den vielen akuten und chronischen Kreuz- und Nackenbeschwerden. Lokale Muskeldysfunktionen umfassen Koordinations- und Wahrnehmungsstörungen, Fettinfiltration und Atrophie. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass diese Dysfunktionen reversible sind. Verbesserte lokale Muskelfunktionen sind zudem assoziiert mit der Linderung der Beschwerden.

In diesen Lehrgängen werden klinische Untersuchungs- und Übungstechniken der tiefen lokalen Muskeln für LWS, ISG, HWS und Scapula werden präsentiert, beigebracht und geübt. Therapeutische Übungen zur Koordination der segmentalen Stabilität, der Haltungskontrolle und des Gleichgewichts werden als Teil einer multimodalen Reha pragmatisch und effektiv eingeordnet. Angesichts der biopsychosoziale Natur des Schmerzes reicht ein einzelnes  Behandlungskonzept selten aus. Aus aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden deshalb die motorischen Übungsstrategien zusammen mit verschiedenen Behandlungskonzepten systematisch angewendet und  auf die individuellen Patientenbedürfnisse zugeschnitten.

Wozu dient Biofeedback?  Die sofortige Rückmeldung des Biofeedbacks fördert beim Patienten den motorischen Lernprozess und verbessert die Körperwahrnehmung. In der Fortbildung werden Palpation, Stabilizer® (Druckbiofeedback) , Ultraschall, Elektromyographie (EMG) und Laserpointer als Biofeedback eingesetzt. Wer bis jetzt noch keinen Zugang zu solchen Geräten hatte, kann diese einmaligen Erfahrungen gut in die tägliche Praxis übertragen.

Aus 20 Jahren praktischer Erfahrung, zahlreichen Publikationen und der Zusammenarbeit  mit dem australischen Forschungsteam der University of Queensland vermittelt die Referentin umfangreiches Wissen und viele insider tips zu diesen anspruchsvollen und effektiven Behandlungsmethoden.

 

 

TEIL 1 Grundkurs mit LWS und ISG

2,6 Tage  Tag 1: 14.00-19:00; Tag 2: 9.00-18.00; Tag 3:9.00-18.00  

19,5 Std = 26 UE Physiotherapeuten ohne Vorkenntnisse

 

Kursziel:

Evidenz basierte, therapeutische Übungsstrategien in der Reha muskuloskeletaler LWS-Becken-Beschwerden erlernen und umsetzen.

 

Lernziel:

Klinische Untersuchungs- und Rehastrategien der tiefen lokalen Muskeln (z. B. Mm. Transversus abd. und Multifidus) für LWS und ISG werden präsentiert, beigebracht und geübt. Die therapeutische Übungen zur Koordination der  segmentalen Stabilität, der lumbopelvischen Haltungskontrolle und des Gleichgewichts werden als Teil einer multimodalen Reha pragmatisch und effektiv eingeordnet.

 

Lehrplan:

-       Grundlage zur Belastbarkeit der Wirbelsäule und Gelenke: Mobilität und Stabilität

-       Das stabilisierende System

-       Motorische Dysfunktion der tiefen lokalen Muskeln

-       Befund und Reha der tiefen LWS-Becken- Muskeln: M. multifidus, M. transversus abdominis Beckenboden und Diaphragma

-       Befund und Behandlung der Lumbopelvische Haltungskontrolle und Kinästhesie

-       Biofeedback: Ultraschall, Elektromyographie und Druckmanschette

-       Multifunktion und Komorbiditäten der Bauchhohlraummuskeln: Kreuzschmerzen, Inkontinenz, respirativen Krankheiten, Obstipation und Gleichgewichtsstörungen

-       Behandlungsaufbau:

  • In der Rumpfmuskelsynergie: Haltungskontrolle und Gleichgewicht
  • In der multimodale Behandlung für chronische Schmerzen

-       Indikationen und Wirksamkeit der Behandlung

 

Literatur:

  • Hamilton, C. (1997a). “Segmentale Stabilisation der LWS.” Krankengymnastik 4: 614-622.
  • Hamilton, C. F. and C. A. Richardson (1997). “Neue Perspektiven zu Wirbelsaueleninstabiliaeten und lumbalen Kreuzschmerz: Funktion und Dysfunktion der tiefen Rückenmuskeln.” Manuelle Therapie 1(1): 17-24.
  • Hamilton, C.F., Das Muskelbuch,, K.P. Valerius, Editor. 2009, Hippokrates. p. 14-20.
  • Hamilton, C. F. and C. A. Richardson (1999). Stabilität eine vielfältige Aufgabe. Funktionelle Bewegungslehre. S. Klein-Vogelbach, B. Werbeck and I. Spirgi-Gantert, Springer: 297-340.
  • Hides, J. A., C. A. Richardson, et al. (1997). “Lokale Gelenkstabilisation: Spezifische Befunderhebung und Übungen bei lumbalen Rückenschmerz.” Manuelle Therapie 3.
  • Hides, J. A., C. A. Richardson, et al. (1998).”Use of real-time ultrasound imaging for feedback in rehabilitation.” Manual Therapy 3(3): 125-131.
  • Richardson, C., G. A. Jull, et al. (2004). Therapeutic exercise for spinal stabilization in low back pain: scientific basisand clinical approach. London, Churchill Livingstone. ISBN 0443072930  (Ist Übersetzt  Pub Juni 2009)

 

 

TEIL 2 HWS und Scapula

 2 Tage; Tag 1: 9.00-18.00; Tag 2:8:30-16.00   14.25 Std = 19  UE

Vorkenntnisse von Teil 1 sind empfehlenswert aber nicht notwendig.

 

Kursziel:

Evidenz basierte, therapeutische Übungsstrategien in der Reha muskuloskeletaler Nacken-und Schulterbeschwerden erlernen und umsetzen.

 

Lernziel:

Klinische Untersuchungs- und Rehastrategien der tiefen lokalen Muskeln (z. B. Mm. Longus colli und capitus und Multifidus) für HWS werden präsentiert, beigebracht und geübt. Die therapeutischen Übungen zur Koordination der  segmentalen Stabilität, der Scapulakinesis, der  zervikalen Haltungskontrolle und des Gleichgewichts werden als Teil einer multimodalen Reha pragmatisch und effektiv eingeordnet.

 

Lehrplan:

-       Funktion der tiefen HWS-Muskeln: Longus colli und  M. Multifidus und die kraniozervikalen Muskeln 

-       Dysfunktion der  tiefen lokalen Nacken- und Scapulamuskeln bei Nackenbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel und Bildschirmtätigkeiten

-       Befund und Behandlung der motorischen Dysfunktion der tiefen lokalen Muskeln der HWS

-       Neuromuskuläre Dysfunktion bei Komorbiditäten: Schwindel, Kopfschmerzen, Schluckbeschwerden, Dysphonie und Gleichgewichtsstörungen

-       Befund und Behandlung der Haltungskontrolle, Kinästhesie, okulomotorischen Kontrolle und Gleichgewicht

-       Biofeedback: Stabilizer, Elektromyographie Ultraschall, Laserpointer

-       Indikationen und Wirksamkeit der Rehabilitation bei Nackenbeschwerden und Schleudertrauma

 

 

Literatur:

  • Hamilton, C  Physiotherapie bei Schleudertrauma. Physiopraxis CPTE 11:4 3-15, 2006
  • Jull, G., M. Sterling, et al. (2008). Whiplash, Headache and Neck Pain. Sydney, Elsevier.
  • Jull, G Barrett, C Magee, R (1999) Further clinical clarification of the muscle dysfunction in cervical headache Cephalgia 19 (3) 179-185
  • Jull, G., et al., A randomized controlled trial of exercise and manipulative therapy for cervicogenic headache. Spine, 2002. 27(17): p. 1835-43
  • Sterling, M. (2004). “A proposed new classification system for whiplash associated disorders-implications for assessment and management.” Man Ther 9(2): 60-70.

 

 

TEIL 3: Update-Refresher HWS/LWS und „Peripherkompakt“ 

 

Es geht weiter mit der lokalen Stabilität der Gelenke! 
Dieser Kurs bietet eine Vertiefung des bereits Erlernten. Ergänzt werden  neue Entwicklungen und Forschungsergebnisse zur lokalen Stabilität der Wirbelsäule. Aufgetretenen Fragen und Probleme werden besprochen.

 

„Peripherkompakt“ erläutert spezifische Strategien der motorischen Kontrolle der Schulter, der Hüfte und der Knie nach Sportverletzungen, unspezifischen Schmerzen und/oder Operationen. Gezielte Übungen für die Scapula-Schultermanschette,  tiefen Gluteii (maximus caudalis, medius dorsalis, minimus), tiefen Psoas und Vastus Medialis Obliquus (VMO) werden in diesem überwiegend praktischen Kurs vermittelt. Biofeedback: Elektromyographie (EMG), Laser pointer, Stabilizer® und Tape  werden wieder eingesetzt, besonders zum schnellen Erlernen der motorischen Kontrolle und für die Eingliederung der Übungen in sport- und alltagsspezifisches  Aufbautraining. Den spezifischen Übungen sind nachgewiesen als effektiven Teil der multimodalen Behandlung von rezidiven patellofemoralen Knieschmerzen sowie für Schulter- Hüfte und ISG- Schmerzen.

 


Physiotherapeuten mit Vorkenntnissen von TEIL1 und 2 oder Gesamtkursteilnahme vor 2010

 

Inhalte

• Update und praktische Wiederholungen zur HWS und LWS/ ISG
• Funktion und Dysfunktion der lokalen Muskeln der Hüfte  des  Knies und der Schulter
• Motorische Kontrolle:
o Scapulakinesis/Schultermanschette: untere Trapezius, Serratus Anterior, „Rotatoren“ Manschette;
o  Gluteus maximus caudalis, Gluteus Medius dorsalis, Gluteus Minimus;  Adduktor Magnus, Psoas dorsalis,
o Vastus Medialis Obliquus (VMO)
• Rolle der Kinästhesie (Gelenkstellungssinn) bei Stabilität: Hüfte, Knie und Schulter
• Biofeedback-:
o Elektromyographie (EMG) -, Druck- und Laser Pointer-Biofeedback in der Behandlung
• Klinische Methoden der Rehabilitation von motorischer Kontrolle
• Eingliederung in Sport,  Alltagsfunktion und Bewegungskontrolle
• Beweise für die Wirksamkeit der Rehabilitation

 

 

 

Kursleitung:


Christine F. Hamilton B. Phty (Mitglied der Joint Stability Research Unit, University of Queensland)

 

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